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DER SCHULZ-CLAN                                                                                                                                         © 2001
Das Herz der Familie Schulz heißt Inge, wurde in Znaim (Tschechische Republik) geboren und wuchs im Norden von Österreich auf. Sie entdeckte schon so früh ihre Leidenschaft zur Musik, dass sie es kaum abwarten konnte bis sie alt genug war, um am Bruckner-Konversatorium in Linz zu studieren.
 
Das sie nicht nur eine begabte Sängerin war, sondern auch eine hervorragende Darstellerin, haben die Lehrer ziemlich schnell bemerkt. Bald war sie als Sopranistin etabliert und erhielt große Rollen in Opern und Operetten. Eine glänzende Karriere schien vor ihr zu liegen, doch da geschah etwas unvorhergesehenes. Der Mann ihres Lebens lief ihr über den Weg und anstatt erfolgreich und berühmt zu werden, heiratete sie und wurde Mutter von drei Söhnen.
 
Wer aber ist denn nun dieser Mann der ihre Gesangskarriere unterbrochen hat? Niemand geringerer als Walther Schulz. Selbst ein Musikus, der mit 9 Jahren anfing Cello zu spielen. Seine große Virtuosität hat ihn längst schon zu einer Koryphäe in der klassischen Musikszene gemacht.
 
Seit 1973 spielt der Cellist bei den weltberühmten Wiener Symphonikern, die letztes Jahr ihren Hundertsten Geburtstag feierten. Egal ob es Uraufführungen der Meisterwerke wie Anton Bruckners Neunte Symphonie, Arnold Schönbergs Gurre-Lieder, Franz Schmidts Das Buch mit den sieben Siegeln, Richard Strauss' Metamorphosen oder gar das legendäre Neujahrskonzert ist, Walther Schulz gibt immer, cellotechnisch gesehen, den ersten Ton an.
 
Von 365 Tagen des Jahres, ist der vielbeschäftigte Musiker 270 mit den Symphonikern auf Welttour. Ansonsten verbringt er die restlichen Tage des Jahres damit, das Johann Strauss Orchester zu betreuen und mit dem Haydn-Trio Kammerkonzerte zu geben.
 
Das bei einem solchen Ehepaar der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, liegt nur allzu nahe. Christian, der erste Sprössling, trat zunächst in die Fußstapfen des Vaters und studierte an der Wiener Musikhochschule Violoncello und Dirigieren. 1986 gab er als 19-jaehriger sein Debüt als Solist im Wiener Musikverein, bei dem ihm seine Eltern mit stolzgeschwellter Brust zusahen. 1993 wurde er Mitglied der Wiener Symphoniker, versuchte sich zwei Jahre später als Dirigent bei verschiedenen Chören und Orchestern, was so erfolgreich war, dass er 1998 das Chefdirigat des Ambassade Orchesters übernahm. Mittlerweile wird Christian Schulz als der aufsteigende Stern am Dirigentenhimmel bezeichnet. Zusätzlich zum Ambassador Orchester, wird er in diesem Jahr noch das Wiener Schubert Ensembles und das Salieri Ensembles Wien dirigieren.
 
Schulz-Sohn Nr. 2 heißt Emanuel. Der erfreute sich ebenfalls schon im Mutterleib an klassischer Musik und begann mit sechs Jahren das Geigenspiel zu erlernen. Und das so gründlich, dass er seit Jahren bei den Wiener Symphonikern als Substitut eingesetzt wird.
 
Prof. Leopold Hager, der hochangesehener Dirigent, der an der Metropolitan-Oper in New York genauso zu Hause ist, wie an der Staatsoper in Wien, unterrichtete Emanuel in der Kunst des Dirigierens. “Wie der Herr so sein Gescherr”, heißt es im Volksmund und so kam es, dass Emanuel obwohl noch jung an Jahren, bereits Symphony Konzerte und Opern in ganz Europa dirigiert hat.
 
Da das Komponieren auch eines seiner Studienfächern war, zeigte Emanuel sich nicht nur verantwortlich für verschiedene Filmmusikwerke, sondern auch für den hitverdächtigen Song der Monsters of Joy, ‘I forgot my Footsoak tonight’.
 
Nun fragt man sich natürlich, was mit dem jüngsten Schulz ist? Ist er auch so ein Musikgenie? Spielt er vielleicht 10 Instrumente und gibt auf der ganzen Welt Konzerte? Nicht ganz, Alexander reist zwar gerne, arbeitet auch schon mal in anderen Ländern, aber nicht als Musiker. Er hat anstelle des Dirigentenstabes den Tennisschläger gewählt und schmettert Bälle so übers Netz, dass seine Gegner erblassen. Singt er denn wenigstens, fragt man sich vielleicht? “Na klar”, antwortet der sympathische Junior, “unter der Dusche. Damit’s keiner hört.”


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